Funk und Radio/TV? Funk und WLAN/PC - Geht das? - Geht GUT!

Eine weit verbreitete Sorge unter Hauseigentümern oder -verwaltungen ist die, daß eine CB-Funk-Antenne den Empfang von Radio und TV stören könnte.

Natürlich kann man mit jedem Funkdienst - auch mit den Handy-Umsetzern, die auf ettlichen Dächern gerade DER Häuser sitzen, deren Eigner am rigorosesten gegen CB-Funk sind - anderen Funkempfang stören - also auch den Radio-Empfang. TV-Störungen spielen im Zeitalter des Breitband-Kabels fast keine Rolle mehr (jedoch kann man - wenn man nur genügend Leistung "auf die Antenne schaufelt" - natürlich sogar ins Kabelfernsehen einstrahlen).

Jedoch sind hier im CB-Bereich Leistungen notwendig, die jeden legalen Wert weit übersteigen. Oft liegen die eigentlichen Störungsursachen sogar beim gestörten Empfänger selbst - der gute, alte Graetz-Farbfernseher von Anno Dunnemals, über dessen Mattscheibe schon der Start des deutschen Farbfernsehens 1967 geflimmert ist, entspricht natürlich keiner aktuellen Norm in Sachen Störfestigkeit mehr. Wird eine solche Ursache festgestellt, kann es im Einzelfall sogar passieren, daß der Meßeinsatz dem "Gestörten" selbst in Rechnung gestellt wird.

Natürlich kann nicht wegbeschönigt werden, daß es einige, wenige "Schwarze Schafe" gibt (im CB-Funk wie in jedem Funkbereich), die sich einen Dreck um Nachbarn oder gesetzliche Regelungen scheren, jedoch sind dies Ausnahmen, die meisten Funker achten darauf, daß ihre Anlage gesetzliche Werte einhält - wird eine Funkanlage mit überhöhter Leistung vom Funkmessdienst der BNetzA festgestellt, bekommt der Betreiber ein Strafverfahren, dessen Kosten er zusätzlich zu tragen hat, oft wird außerdem das gesamte Equipment beschlagnahmt! Schon diese Aussichten tragen dazu bei, daß wirklich nur sehr wenige CB-Funker so dumm sind, auf Biegen und Brechen mit überhöhter Leistung zu arbeiten.

Ein weiteres Thema sind Funk-Einstrahlungen in PC- und Lautsprecherkabel, wie z.B. von der Stereoanlage. Im Einzelfall ist es möglich, daß in ungünstigen Aufstellfällen, in sehr geringem räumlichem Umkreis (oft nur wenige Meter) um die CB-Anlage herum Einstrahlungen möglich sind. Hier helfen oft sog. Ferritringe, die um die entsprechenden Kabel gelegt werden. Allzugern werden auch die "bösen, bösen CB-Funker" für Störungen im WLAN verantwortlich gemacht... meist von irgendwelchen "Technikern" des Providers, die einfach nicht zugeben wollen, daß sie keine Zeit, keine Lust oder keine Ahnung haben, den tatsächlichen Fehler zu finden.  Mit Verlaub - dreimal herzlich gelacht! Denn dazu ein paar Fakten:

a) CB-Funk findet im Frequenzbereich um 27 MHz, also am oberen Ende der Kurzwelle, statt. WLAN-Netze arbeiten im Gigahertz-Bereich.

b) "Riesengroße Antennen", sind eher dem Amateurfunk zuzuordnen, die größten CB-Funk-Antennen haben normalerweise Längen von ca. 6 m (von ein, zwei Ausnahmen abgesehen, die auf maximal 9 m kommen). Außerdem dürfen Amateurfunker ganz andere Leistungen nutzen als CB-Funk - im CB-Funk sind maximal 4 Watt erlaubt (genaueres hier im Portal).

c) Last but not least, sei dem "ach so guten" (?) Techniker empfohlen, das Telefonnetz, an dem der WLAN-Router, Friztbox oder was auch immer dranhängt, einfach mal durchzumessen, oder sogar einfach nur mal den Telefonhörer abzuheben und aufmerksam zu lauschen. Oft ist nämlich hier die Ursache zu finden: Telefonleitungen, unter der Straße verlegt, werden - z.B. durch dauerhafte Erschütterungen schwerer Fahrzeuge - gerne schadhaft, so daß im Telefonnetz Störugnen (hörbar z.B. als "Knacksen" und "Krachen") entstehen können, die so weit gehen können, daß sogar z.B. Fax-Verbindungen nicht mehr möglich sind.

Ganz generell:Sollte man als "Nichtfunker" Störungen feststellen - sollte also Karl Moik im Radio seinen Alpenblues nur mit permanentem Meereschrauschen im Hintergrund jodeln, oder wenn im TV immer wieder "das Webmuster der Kuscheldecke" Götz George alias Schimanski einmümmelt - dann ist die Bundesnetzagentur der richtige Ansprechpartner, sie ist die "Aufsichts-, Kontroll- und Genehmigungsbehörde" für alles, was Netze nutzt: Stromnetze, Gasnetze, Telefonnetze, Eisenbahnnetze - und eben auch Funkdienste. Hier gibt es einen Störungsmeßdienst, der mit hochwertiger, sensibler Messtechnik Störungen lokalisieren kann. Sinnvoller ist es natürlich allemal, erst mal den betreffenden Nachbarn - wenn man ihn denn als Funker erkennen kann - direkt anzusprechen, als gleich mit der großen Behördenkeule zuzuhauen.

Aufgenommen werden Funkstörungen ab. 1.6.2013 von der Bundesnetzagentur, Außenstelle Itzehoe (Mo - Fr 8.00 - 20.00 h, außerhalb dieser Zeiten Weiterleitung zur ASt Konstanz, ohne weitere Kosten für den Anrufer), welche die eingehenden Meldungen dann an die jeweils zuständige Dienststelle weiterleitet - erreichbar zum normalen Telefontarif:

04821 89 55 55

(Die bisherige 0180er-Rufnummer, wird ab 1.6. auf eine kostenfreie Ansage umgeleitet, und fällt zum Jahresende ganz weg.)

Funker untereinander haben es da freilich leichter: "Eeeh, mach mal deinen Brenner aus...!"

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