Kabel sauber verlöten - das A und O!

Kabel sauber verlöten - das A und O - und der Weg zur guten Stehwelle!

Und - was wenn ich nicht bohren darf??

Es gibt zwei wesentliche Faktoren, die für erfolgreiche Funkverbindungen wichtig sind:

a ) eine saubere Abstimmung der Antenne,

b ) ein sauber verlötetes Kabel.

Hierbei ist Punkt b ) fast noch wichtiger - denn ohne sauber verlötetes Kabel nützt auch die beste Antennenabstimmung nichts, man wird dennoch nicht die idealen Werte erreichen.

Die großen Kardinalsfehler werden hier schon beim Beginn der Arbeit gemacht - beim Abisolieren. Da wird mit der Abisolierzange angesetzt, einmal rum - und fertig ist die Laube...

HALT, HALT! Das Abisolieren eines Antennenkabels, ist eine Geduldsarbeit, wie das Schnitzen! - Und tatsächlich, ähnelt auch die Arbeitsweise, will mans richtig machen, dem Holzschnitzen...

Zunächst messen wir die Länge, auf der wir die (meist schwarze) Isolierung entfernen müssen - ganz einfach, durch Anhalten des PL-Steckers, vom vorderen Ende des Mittelpins bis zum hinteren Ende des Schaftes.

Nun schnitzen wir auf dieser Länge vorsichtig, daß wir die dünnen Fasern des Außenleiters (das ist das dünne Geflecht unter der Isolierung) nicht verletzen, die schwarze Isolierung ab - nicht schneiden, hierbei liegt die Wahrscheinlichkeit, das Geflecht zu beschädigen, bei nahezu 100%. Aber gerade hier ist sorgfältigstes Arbeiten oberstes Gebot!

Gut! Den ersten Schritt hätten wir vollbracht! Das kupferne Geflecht (Außenleiter), das wir so freigelegt haben, trennen wir nun wiederum vorsichtig, daß wir keine Ader abknicken, mit einem kleinen Schraubenzieher oder der stumpfen Seite eines dünnen Messers auf. Haben wir das erledigt, legen wir den Aderwulst vorsichtig um das nun sichtbar werdende, meist weiße Dielektrikum (es trennt den Außenleiter vom Innenleiter, also eine weitere "Isolierung", sozusagen).

Nun müssen wir abermals messen, denn nun beginnt das Spiel ein zweites mal: Wir messen also am Dielektrikum anhand der Länge des Mittelpins des Steckers, wie viel wir diesmal abisolieren müssen, um den Innenleiter freizulegen., und isloieren in selber, eben beschriebenen Weise ab. Haben wir das erledigt, sehen wir nun vor uns in unverhällter Schönheit einen dünnen Strang Kupferadern, diesmal nicht verflochten - gestatten: Der Innenleiter. Die feinen Adern des Innenleiters werden nun vorsichtig leicht verdrillt, damit sie gut in den Stecker eingeführt werden können. Wer auf Nummer sicher gehen mag, kann das Ende des Stranges nach dem Verdrillen noch zusätzlich mit einer dünnen Schicht Lötzinn versehen - dran denken: Lötzinn hält nur auf einer aufgerauhten Oberfläche, also vorher den verdrillten Strang mit feinem Schleifpapier ganz vorsichtig (nur mal kurz drüber) aufrauhen.

Nun wird das Kabelende, den verdrillten Innenleiter voran, vorsichtig von hinten in den Steckerschaft eingeführt, so daß der verdrillte Innenleiter so weit in den Mittelpin eindringt, daß ein kurzes Ende vorn herausschaut, und leicht "eingeschraubt", so daß der Außenleiter mit dem Steckerschaft guten Kontakt hat. Wichtig ist hierbei, darauf zu achten, daß keine Fasern des Außenleiters mit dem Innenleiter Kontakt haben - ein "Kurzschluß im Kabel" wäre die Folge, was beim späteren Betrieb zur Beschädgigung des Funkgerätes führen könnte! Nun wird das kurze Ende des Innenleiters, das vorn aus dem Mittelpin rausschaut, mit einem kleinen Batzen Lötzinn mit dem Mittelpin verlötet (wieder dran denken: auch die Innenseite des Mittelpins vorher aufrauhen, damit das Lötzinn hält), und das überstehende Ende nun möglichst plan abgezwickt (geht am besten mit einem Saitenschneider, Kombizangen sind meist nicht scharf genug und quetschen eher, als daß sie schneiden). Manche Leute verlöten nun noch zusätzlich die Schaulöcher im Steckerschaft mit dem Außenleiter, um ganz auf Nummer sicher zu gehen - der Verfasser selbst tut dies nicht - die Schaulöcher haben den Vorteil, daß sich hierdurch (auch später noch) kontrollieren läßt, ob eine Störung bei Empfang oder Stehwelle vielleicht dadurch zustande kommt, daß sich der Außenleiter nachträglich so verschoben hat bzw soweit heruntergerutscht ist, daß er nun doch mit dem Innenleiter Kontakt hat.

FERTIG! Den ersten PL-Stecker haben wir verlötet!

Also frisch ans Werk, und gleich den zweiten am anderen Ende des Kabels auch noch draufgekleistert, wenn wir schon dabei sind, und es gerade so gut "flutscht"...!

HALT! HALT! HALT!

Wir dürfen nicht vergessen: Unser Kabel muß ja noch durchs Mauerwerk oder den Fensterrahmen! Und das Loch haben wir mit einem Durchmesser nur wenig größer als das Kabel selbst gebohrt (damits durch das Loch nicht zieht wie Hechtsuppe, kein Ungeziefer reinkommt usw)! Also, erst das Kabel durchs Loch geschoben, und dann den zweiten Stecker verlötet!

Haben wir nun unsere Arbeit abgeschlossen, überprüfen wir als gewissenhafte Handwerker natürlich unser Werk, d.h. es kommt nun das Multimeter zum Einsatz (idealerweise verwendet man Hirschmannklemmen auf den Kontaktspitzen des Meßgerätes, man tut sich so wesentlich leichter):

Zunächst messen wir, ob wir Durchgang auf dem Innenleiter haben: Wir klemmen beide Klemmen des Multimeters an die Mittelpins der beiden verlöteten PL-Stecker. Hier muß nun Durchgang, d.h. möglichst wenig Widerstand, vorhanden sein. Der Innenleiter ist das wichtigste Element unseres Kabels - er ist für den Transport der Sendeleistung zur Antenne verantwortlich! Als nächstes messen wir den Durchgang des Außenleiters - hier arbeitet man leichter mit den Meßspitzen des Multimeters, ohne Klemmen. Also die beiden Messspitzen an die Steckerschafte gehalten - wieder muß Durchgang vorhanden sein. Der Außenleiter sorgt zum Einen für eine gute Abschirmung des Kabels gegen elektromagnetische Einflüsse von Außen und der Umwelt gegen Störungen aus dem Kabel (PC- oder Stereoboxen sind da gern empfindlich, wenn die Kabel der Stereoanlage oder des PCs zu nah am Antennenkabel der Funke sind), zum anderen transportiert er die nicht abgestrahlte Sendeleistung zurück auf die Senderendstufe des Funkgerätes.

Last but not least, kommt nun noch eine dritte, entscheidende Prüfung: Wir stellen sicher, daß unser Kabel keinen "Kurzschluß" hat! Also halten wir die eine Meßspitze an den Steckerschaft des einen Steckers, die andere Meßspitze an den Mittelpin des anderen Steckers. Hier darf nun kein Durchgang auftreten!

Mancher wird nun stöhnen, ob der aufwendigen und zeitraubenden Arbeit. Aber es lohnt sich, hier so gewissenhaft zu arbeiten - ein möglichst guter Signalfluß und eine gute Abschirmung sind der Lohn des Fleißes.

Bilder, wie sowas aussehen sollte, werden demnächst hier eingepflegt. Selbstverständlich steht der Verfasser bei Unklarheiten gern per Kontaktformular zur Verfügung (merke: Es GIBT keine DUMMEN FRAGEN, höchstens DUMME ANTWORTEN ;-) ).

Nun können wir das Kabel an die Antenne anschließen und - sofern schon aufgebaut - die Stehwelle (d.h. das Verhätnis von tatsächlich abgestrahlter zu reflektierter Sendeleistung) unserer Antenne durchmessen. Hierfür wird das Geräteseitige Kabel, statt  mit der Antennebuchse des Funkgerätes, mit  dem Antenneneingang eines sog. Stehwellenmeßgerätes (auch SWR-Meter genannt) verbunden, dieses widerum wird über ein kurzes Zwischenkabel (gibts fertig beim Händler) mit dem Funkgerät verbunden. Gemessen wird das SWR (Standing Wave Ratio, Stehwellenverhältnis) nun, indem man das Meßgerät zunächst kalibriert - der entsprechende Schalter wird zunächst auf FWD (forward) gestellt, die Mike-Taste gedrückt und  hierbei die Zeigernadel mit dem roten (meist rechten) Ende der Skala in Deckung gebracht. Nun wird umgestellt auf REF (reflectet), und erneut kurz gesendet. Der nun abgelesene Wert 1 zu 1,X entspricht dem Stehwellenverhältnis; Werte von 1:1,5  oder weniger sind optimal, Werte über 1:2 sind bedenklich, hier geht viel Leistung verloren, und Werte im roten Skalenbereich können das Funkgerät beschädigen!

Wie nun die Antenne auf ein optimales SWR, abhängig von den Gegebenheiten und Masseverhältnissen, gebracht wird, ist abhängig vom Antennentyp, hier hilft die mitgelieferte Montageanleitung weiter. Meist erfolgt die SWR-Veränderung durch Veränderung der mechanischen Länge am oberen Element, manche Antennen haben auch (bequemer) Abstimmringe am Fuß. Als kleiner Tip, kann es hilfreich sein, die Antenne beim Aufbau exakt, also cm-genau, auf die angegebene Länge zu bringen. Zu erwähnen bleibt noch, daß Coaxkabel - dies sind nämlich Funk-Antennen- wie TV-Antennen-Kabel, fachlich gesprochen - generell recht empfindlich gegen Quetschen, Knicken etc. sind. Hierbei werden recht schnell die Kabel-Adern gebrochen.

So - Damit hätten wir schon mal das Kabel sauber verlötet und von drinnen nach draußen geführt - oder??

Ich wohne zur Miete - mein Vermieter erlaubt nicht, daß ich

den Fensterrahmen durchbohre!!

Keine Sorge - Kein Problem, für das es keine Lösung gibt, wenn auch in diesem Fall, eine der wenigen teuren Lösungen im CB-Funk. Im Funkfachhandel gibt es spezielle "Fensterdurchführungen", in der Art eines "Flachbandkabels", die in den Fensterfalz eingelegt werden, und so ermöglichen, eine Verbindung nach "draußen" zu legen, ohne jedes Bohren. Die preislich anfangs günstigere und "rustikalere" Methode, das Kabel einfach durch den Spalt des gekippten Fensters zu ziehen,  kann leider nur allzuleicht ins Gegenteil umschlagen - allzuleicht, vergisst man das Kabel, versucht das Fenster zu schließen - schon sind die empfindlichen Adern des Kabels gekappt.

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