Tenfour oder was?? Die Sprache der CB-Funker

Tenfour oder was?? Die Sprache der CB-Funker

In amerikanischen Polizei-Serien sieht man immer wieder, wie die Beamten auf Funk spezielle Kürzel verwenden. In USA gern verwendet werden die sogenannten "Zehner-Codes" (10/x), wie z.B. "Ten/Four" (10/4 - habe verstanden).

Dies dient im wesentlichen der Verkürzung, der Komprimierung des Funkverkehrs. Funkfrequenzen stehen im "BOS-Bereich" (= "Behördenband") nicht in unbegrenzter Anzahl zur Verfügung, demgegenüber stehen eine große Anzahl von Nutzern - also muß sich der Einzelne so kurz wie möglich fassen, um den jeweiligen Funkkanal nicht länger als nötig zu belegen; es gilt die klare Regelung: So kurz wie möglich, aber so umfassend wie nötig. Deshalb wurden bestimmten, immer wieder benötigten Funkmeldungen einzelne Kürzel zugewiesen. Allerdings finden die "Zehner-Codes" zumindest in Deutschland weniger Anwendung.

Im Hobbyfunk ist die Lage wesentlich entspannter, nicht zuletzt aufgrund der unterschiedlichen Nutzung, im "Behördenfunk" geht es oft um Menschenleben - beim Hobbyfunk mehr um das entspannte zwanglose Gespräch. Im CB-Funk nutzt man die aus dem Amateurfunk adaptierten Q-Gruppen - Kürzel aus meist drei Buchstaben (in denen meistens ein Q enthalten ist, daher die Bezeichnung). Grund hierfür war ursprünglich, daß in früheren Zeiten die Funktechnik oft nicht in der Lage war, weitere Strecken per Telefonie (=Sprache) zu überbrücken, sondern lediglich in Funktelegraphie (=Morsen) - ein hochfrequenter Signalton trägt wesentlich weiter als modulierte Sprache. Hierbei war eine Dreizeichenfolge einfach praktikabler als die vielen Buchstaben eines Wortes.

Es gibt ganze Listen von Q-Codes, jedoch im CB-Funk ist nur ein geringer Teil davon wirklich gebräuchlich. Die wichtigsten sind...

CQ          Allgemeiner Ruf             QRZ       Du wirst gerufen                                

QSY        Kanalwechsel                 QRT       Ende des Funkgesprächs

QTH        Standort                      QSP       Vermittlung  durch  dritte Station

QRL        Arbeit / Beschäftigung, bei der man nicht funken kann

         

Daneben gibt es noch einige - mehr oder weniger schmeichelhafte - Zahlencodes:

55/73        Viel Erfolg/Glück, viele QSOs               

600           Telefon (von 600 Ohm Anschlußwiderstand)

88             Liebe und Küsse (wird durch "Rosa Schleifchen" noch intensiviert)

99             Vrschwinde, hau ab (unfreundlich)

Für die praktische Anwendung dieser Codes, gilt - wie oft in der Hobbyfunkerei: Learning by Doing.

 

Daneben gibt es noch eine Fülle von Insider-Begriffen, mit denen Funker z.B. andere Dinge umschreiben, wie...

"Kojak mit Kamera"             = Freundliche Herren in Grün am Straßenrand

"(Nach)Brenner"                 = (illgegaler!) Leistungsverstärker

"Träger"                           = Jemand, der in einem laufenden Gespräch stört, indem er sein Mike

                                           mutwillig drüberdrückt

"Fuchsjagd"                       = Gleichsam der "Sportliche Wettbewerb" der Funker,

                                         Fachbegriff: Funk-Signal-Suche.

"OW" (auch: "Oberwelle")   = (Ehe)Frau, Freundin

"breakeln"                        = (miteinander) funken

"Gilb"                              = frühere Bezeichnung für Peilwagen der damaligen Bundespost

                                        (welche früher gelb waren)

Bei all diesen Begriffen und Codes, handelt es sich jeweils nur um eine Auswahl. Was es noch an Q-Codes, Zahlencodes etc gibt - das findet man am besten in der praktischen Anwendung heraus.

Für manche ist im  ersten Moment verwirrend, daß es im CB-Funk keine Anrede mit "Sie" gibt - im CB-Funk ist man Gleicher unter Gleichen, deshalb ist man generell per "Du", auch wenn mancher sich anfangs noch etwas schwer tut damit - könnte doch die Person am "anderen Ende" einerseits ein Schulkamerad sein, andererseits aber genauso auch ein Studienrat, Professor oder sogar Landtagsabgeordneter.

Man sollte generell nicht zu viel Angst vor der Funkerei haben. Fehler sind dafür da, um daraus zu lernen, und es beim nächsten mal dann besser zu machen. Außerdem wird man unter Garantie immer jemanden finden, der es noch falscher macht.

Nach oben